Als zweite Attraktion auf dem Musik-Festival würde ich eine Einzelinterpretin vorschlagen, damit das Programm etwas Abwechslung bietet. Mein Vorschlag ist Annett Louisan. Sie hat mit ihren chansonhaften Liedern im Popbereich großen Erfolg verzeichnet. Dafür werden unter anderem ihr Produzent und ihre Songwriter mitverantwortlich gemacht.Ihre Texte behandeln vorwiegend Themen des weiblichen Selbst- und Rollenverständnisses, wobei sie sehr provokativ wirken. Durch verschiedene Rhythmen (Walzer, Tango, Bossa) verleiht sie ihren Liedern Abwechslung.Ihre Musik ist ein aufregender Mix von Strukturen. Sie ist angereichert mit Folkelementen, die sie durch wohldosierte Jazzanleihen veredelt.
Bei http://www.sonybmg.de/artists2.php?iA=4&artist=374706 wird sie als eine kleine Revolution der zeitgenössischen Musik beschrieben. Sie nährt die Hoffnung, dass sich das anspruchsvolle Lied gegen die gegenwärtigen Verwahrlosungen des Pop-Mainstreams behaupten kann. Sie ist die neue Grand Dame des deutschen Chansons.Ihr zweites Album erzeugte einen überwältigenden Aufruhr der Begeisterung und erweiterte ihr musikalisches Spektrum. Auf ihrer Tournee hat sie das Publikum mit diesem Album verzaubert, berührt, elegant erobert und grenzenlos begeistert. Auch die Kritiker lobten sie. Sie hat ihre Karriere auf ein solides Fundament gestellt. Sie hat auch Erfahrungen gesammelt und neue Ideen für neue Songthemen vorbereitet. Deshalb arbeitet sie konzentriert und geistesgegenwärtig mit ihrem kongenialen Texter Frank Ramond und den Komponisten Matthias Hass und Hardy Kayser zusammen und hat sich viel Zeit genommen für ihr neues Album. Ihre neuen Chansons im neuen Album, „Das Optimale Leben“ sind mehr als nur subtile Beobachtungen des Alltags. Es sind kleine Essays über die großen Fragen des Erwachsenseins. Man spürt in jeder Zeile: Hier erzählt eine von Dingen, von denen sie etwas versteht, durch und durch zeitgenössisch, ohne Pose. Es sind kluge Annäherungen an das ganze Leben, evokativ und schillernd selbst in der Melancholie. Sie verzichtet dabei gänzlich auf die große Gesellschaftskritik. Lieber berichtet sie von ihren windungsreichen Wegen zum optimalen Leben – so wie jeder es leben will und wie es doch immer wieder anders kommt: komisch, traurig, sarkastisch, warm, leger, verkrampft – irgendwie alles andere als optimal, aber man darf nicht aufhören, davon zu träumen. Ihr neuestes Album „Das Optimale Leben“ präsentiert die Künstlerin in glänzend ausgestatteten Song-Kulissen. Ihr Stil ist unverwechselbar, einzigartig und nicht kopierbar. http://www.laut.de/lautstark/cd-reviews/l/louisan_annett/das_optimale_leben/index.htm Der Gewinn der Goldenen Stimmgabel und des Neo-Awards unterstreichen den Status, den Annett Louisan einnimmt. Dieser und andere Preise, die Louisan erhalten hat, bestätigen nur meine Ansicht, dass wir diese Sängerin für unser Musik-Festival einladen. Dazu kommt, dass ihr chansonartiges Singen gut verständlich ist und auch unseren Deutschlernern nicht so viele Probleme beim Verständnis macht. Aus dem folgenden Liedtext und dem dazu gehörigen Video, sollte das ohne Probleme ersichtlich sein.
Album: das optimale leben
2 · kleine zwischenfälle
einsam saß sie da
günther sagte “na.. hat werner wohl die zeit vergessen?”
meine mutter schwieg und nickte stumm
er gab ihr einen aus
dann wollt sie nach haus – pünklich sein zum abendessen
günther sagte:” komm, ich fahr dich rum”wo ist der tiefere sinn,
wenn ich doch bloß geboren bin
weil die karre von günther liegen blieb
denker und genies
intellektuelle
sport und politik
und auch kriminelle
ganz rom, berlin, paris
wir sind ursprünglich nur
kleine zwischenfälle.
werner wollte los
und er dachte bloß “nicht wieder die zeit vergessen!”
diese frau ist einfach wunderbar
wenig zeit zum lieben
denn sie muß um sieben pünklich sein zum Abendessen
seine mutter sagt: “heut bleibst du da!”
wo ist der tiefere sinn
wenn ich doch bloß geboren bin
weil die mutter von werner ´n arschloch war
auch der typ da vorn
an der haltestelle
drüben diese frau
mit der dauerwelle
alle da im stau
sind ursprünglich nur
kleine zwischenfälle
denker und genies
intellektuelle
sport und politik
ganze pressebälle
rom, berlin, paris
wir sind ursprünglich nur
kleine zwischenfälle
Musik: Frank Ramond
Text: Frank Ramond, Annett Louisan


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